Hautkrebsvorsorge mit Videodermatoskopie & Total Body Mapping
Früh erkannt, ist Hautkrebs in den meisten Fällen sehr gut heilbar.
In unserer dermatologischen Praxis in Dortmund‑Hörde setzen wir deshalb auf modernste Videodermatoskopie mit KI, um selbst kleinste Veränderungen Ihrer Haut lückenlos zu dokumentieren.
Inhalt und Anspruch des Screenings
- Ganzkörper-Dermatoskopie: systematisches Hautkrebs-Screening von Kopfhaut bis Fußsohle mittels Auflichtmikroskop (polarisiertes Dermatoskop).
- Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle 24 Monate Anspruch; zahlreiche Kassen übernehmen die Kosten bereits früher.
- Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL): Bei erhöhtem Risiko (z. B. dysplastisches Nävus-Syndrom, familiäre Melanom-Anamnese, immunsuppressive Therapie) empfehlen wir verkürzte Kontrollintervalle, die als IGeL gebucht werden können.
Im Folgenden erklären wir den genauen Ablauf der Vorsorge, die einzelnen Untersuchungsschritte sowie die modernen Verfahren, die wir in unserer Praxis einsetzen.
Unsere Praxis ist auf die Früherkennung von Hautkrebs spezialisiert.
Warum ist regelmäßige Hautkrebsvorsorge so wichtig?
- Rund 60 % aller Melanome werden nur über Veränderungen im Zeitverlauf erkannt.
- Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland – Tendenz steigend.
- Je früher entdeckt, desto kleiner der Eingriff und desto besser die Heilungschancen.
Ablauf einer konventionellen Hautkrebsvorsorgeuntersuchung ohne Videodermatoskopie
Sobald Sie den Untersuchungsraum betreten und Platz nehmen, legen Sie bitte Schuhe, Gürtel und Jacke ab – öffnen Sie auch Hemd- oder Blusenknöpfe. Kurz bevor ich zu Ihnen komme, bitten wir Sie, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden und die Socken auszuziehen.
Setzen Sie sich dann seitlich wie auf eine Parkbank auf die Liege: Das Papierhandtuch markiert den Sitzplatz, ein zweites dient als Unterlage für die Fußsohlen.
Die Untersuchung beginnt am Kopf und endet an den Füßen. Mit dem Dermatoskop betrachte ich jedes Pigmentmal in starker Vergrößerung. Relevante Befunde erläutere ich sofort; nötigenfalls veranlassen wir weiterführende Diagnostik.
Bei unauffälligem Ergebnis erhalten Sie anhand Ihres persönlichen Risikoprofils eine Empfehlung für den nächsten Kontrolltermin. Zeigt ein Muttermal Auffälligkeiten, besprechen wir umgehend die nächsten Schritte – von einer genaueren Untersuchung bis hin zur möglichen Therapie.
Digitale Hautkrebsvorsorge – hochauflösende Verlaufskontrolle mit KI-Unterstützung

Algorithmengestützte Präzision mit Videodermatoskopie & Total Body Mapping
Beim Total Body Mapping wird Ihre gesamte Hautoberfläche in standardisierten, hochauflösenden Bildern erfasst. Diese fotografische Dokumentation dient als visuelle „Landkarte“ Ihrer Haut und bildet die Grundlage für eine langfristige und zuverlässige Verlaufskontrolle. Besonders bei Patient:innen mit vielen Muttermalen oder erhöhtem Hautkrebsrisiko ermöglicht das Verfahren eine sehr gute Überwachung – computergestützt, strukturiert und vergleichbar.
Künstliche Intelligenz zur Früherkennung
Bei jeder Kontrolluntersuchung analysiert eine KI-Software die neuen Aufnahmen und vergleicht sie pixelgenau mit den Vorbefunden. Selbst minimale Veränderungen – in Größe, Form oder Farbintensität – werden automatisch erkannt. Ergänzend können auffällige Einzelläsionen mit der Videodermatoskopie mikroskopisch genau erfasst und ausgewertet werden.
Langzeit-Monitoring statt Momentaufnahme
Diese Kombination erlaubt es uns, Veränderungen frühzeitig zu identifizieren und unnötige Eingriffe zu vermeiden – bei gleichzeitiger Erhöhung der diagnostischen Sicherheit.
Wissenschaftlich belegt – klinisch bewährt
Total Body Mapping in Verbindung mit Videodermatoskopie gilt als eines der effektivsten Verfahren zur Früherkennung von Melanomen. Studien zeigen, dass rund 60 % der so entdeckten schwarzen Hautkrebsfälle ohne Verlaufskontrolle nicht diagnostiziert worden wären (Babino et al., J Am Acad Dermatol, 2021; Winkler et al., Eur J Cancer, 2024; Russo et al., Dermatol Pract Concept, 2022)
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie sich für die Videodermatoskopie / Total Body Mapping interessieren oder wissen möchten, ob Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Kostenübernahme
- PKV: Erstattung in der Regel gegeben.
- Beihilfe: Bei Risikofaktoren verpflichtend.
- GKV: Aktuell keine Regelleistung. Wir bieten das Verfahren als Selbstzahlerleistung an. Einige Kassen übernehmen die Untersuchung im Rahmen von Programmen wie HautkrebsscreeningPLUS (mehr Informationen finden Sie hier).
So funktioniert das Total Body Mapping – Schritt für Schritt
1. Ganzkörperaufnahme
Wir erstellen standardisierte Fotos Ihrer gesamten Hautoberfläche in mehreren Perspektiven – von Kopf bis Fuß. So entsteht eine digitale Haut-Landkarte als Ausgangspunkt für die Verlaufskontrolle.
2. KI-gestützte Analyse
Eine speziell entwickelte Software analysiert die Bilder und erkennt automatisch auffällige Hautveränderungen. Bei Folgeuntersuchungen werden die neuen Fotos pixelgenau mit den Voraufnahmen verglichen.
3. Gezielte Detailuntersuchung
Einzelne verdächtige Muttermale werden zusätzlich mit der Videodermatoskopie in hoher Auflösung untersucht und medizinisch bewertet.
4. Verlauf & Dokumentation
Alle Bilder und Befunde werden sicher gespeichert und ermöglichen eine Kontrolle über Jahre hinweg – einfach, sicher und nachvollziehbar.
Ihr Vorteil: Frühzeitige Erkennung – präzise Überwachung – weniger unnötige Eingriffe
Warum ist Total Body Mapping (TBM) mit KI bei vielen Muttermalen sinnvoll?
Viele Menschen haben viele Muttermale – das ist zunächst nicht gefährlich. Aber: Wenn jemand besonders viele oder auffällige Muttermale hat (z. B. über 50 Stück oder familiäre Vorbelastung), besteht ein höheres Risiko, an schwarzem Hautkrebs (Melanom) zu erkranken.
Was ist Total Body Mapping?
Beim TBM wird die gesamte Haut des Körpers mit einer Spezialkamera fotografiert. Die Bilder zeigen alle Muttermale auf einen Blick. Die Software kann sie automatisch erkennen, speichern und beim nächsten Besuch vergleichen.
Was macht die Künstliche Intelligenz (KI)?
Die integrierte KI analysiert alle gespeicherten Bilder und erkennt:
• Neue Muttermale, die seit dem letzten Besuch entstanden sind
• Bestehende Muttermale, die sich verändert haben
Und das sogar oft früher, als es mit bloßem Auge auffällt.
Was sagt die Wissenschaft dazu?
Große Studien zeigen:
• Das System erkennt bis zu 97 % aller auffälligen oder neuen Muttermale.
• Viele unnötige Haut-OPs können vermieden werden, weil gutartige Muttermale besser unterschieden werden können.
• Besonders hilfreich ist TBM für Menschen mit:
• vielen Muttermalen (über 60)
• früheren Hautkrebsen
• Familiengeschichte von Melanom
Die wichtigste Studie stammt von Winkler et al., 2024: Sie belegt, dass das System besonders sicher, schnell und zuverlässig ist. Auch internationale Fachgesellschaften wie die Dermoscopy Society (IDS) empfehlen TBM ausdrücklich für Risikopatienten.
Was sind die Vorteile für Patient:innen?
• Guter Überblick.
• Neue oder sich verändernde Muttermale werden früh erkannt – oft bevor sie gefährlich werden.
• Weniger Narben – unnötige Operationen werden vermieden.
• Mehr Sicherheit

